SOL-Training Modul 7 an der CBS: Klassenführung und Lernberatung als Schlüssel zum Lernerfolg – und zur Lehrergesundheit
Am 25.03.2026 kamen Lehrkräfte der Carl-Benz-Schule Karlsruhe im Rahmen des SOL-Trainings (Modul 7) zusammen, um zwei zentrale Themen in den Fokus zu rücken: Klassenführung und Lernberatung. Als Trainer im Zweierteam durften wir erleben, wie sehr diese beiden Bereiche ineinandergreifen – und wie stark sie sowohl Lernerfolg als auch Lehrergesundheit prägen. Unser gemeinsamer Nenner: Gute Klassenführung ist kein „nice to have“, sondern ein tragender Pfeiler professionellen Handelns. Sie schafft Verbindlichkeit, Entlastung und Raum für gelingende Lernprozesse.
Klassenführung: Mehr als Ordnung – eine Voraussetzung für nachhaltiges Lernen
Besonders in der Fachschule für Technik zeigt sich: Klassenführung ist eine interdisziplinäre und gemeinsame Aufgabe. Sie endet nicht an der Tür eines Fachraums. Wenn das Klassenteam konsequent an einem Strang zieht, entstehen klare Strukturen, vorhersehbare Routinen und transparente Regeln, die Unterrichtsqualität messbar verbessern. Genau hier liegt auch das Potenzial für die gesamte CBS: Was im Team der Fachschule trägt, kann – mit Bedacht adaptiert – in andere Schularten wie die Berufsschule übertragen werden. Multiplikation entsteht, wenn Prinzipien, nicht bloß Praktiken, geteilt werden.
Methoden mit Resonanz: Interventions-Matrix und niederschwellige Take-Home-Strategien
Das große Interesse der Teilnehmenden an konkreten Werkzeugen hat uns beeindruckt. Zwei Highlights standen im Mittelpunkt:
- Die Interventions-Matrix: ein kompaktes Orientierungsraster, das hilft, situativ stimmige Maßnahmen zu wählen – von präventiven Routinen über deeskalierende Impulse bis hin zu konsequenten Folgeschritten.
- Niederschwellige Take-Home-Strategien: sofort umsetzbare Bausteine für den nächsten Unterricht – klare Startsignale, sichtbare Ablaufpläne, kurze Reflexionsschleifen, verabredete Übergänge, Routinen für Gruppenarbeit und gezielte Feedback-Impulse. Klein im Aufwand, groß in der Wirkung.
Die Resonanz war eindeutig: Alle waren sich einig, dass Klassenführung und Lernberatung systematisiert und implementiert werden müssen. Doch wir haben auch offen ausgesprochen, was häufig verschwiegen wird: Die Frage nach dem „Wie genau?“ ist noch nicht abschließend beantwortet. In einem Team von über 20 Lehrkräften der Fachschule ist Konsens keine Selbstverständlichkeit. Unterschiedliche Fächerlogiken, Erfahrungen und pädagogische Profile sind ein Reichtum – aber sie machen gemeinsame Standards anspruchsvoll. Diese notwendige kritische Selbstsicht gehört zu einer ehrlichen Schulentwicklung dazu.
Gleichzeitig liegt genau hier unsere Chance. Wenn wir das „Wie genau?“ als professionellen Prozess verstehen, nicht als schnelle Checkliste, wächst unsere Konsensfähigkeit Schritt für Schritt:
- durch gemeinsam definierte Minimalstandards (z. B. Klassenregeln)
- durch sinnvolle Interventionen
- durch eine klare Rollenklärung im Klassenteam
Blick nach vorn: Modul 8 als Arbeitsraum für Konsens und Umsetzung
Modul 8 unseres SOL-Trainings bietet dafür den nächsten Rahmen. Dort nehmen wir uns bewusst Zeit, Prioritäten zu setzen, Zuständigkeiten zu klären und erste verbindliche Vereinbarungen zu treffen. Alle interessierten Lehrkräfte der CBS sind herzlich eingeladen, diesen Weg aktiv mitzugestalten. Denn nachhaltige Klassenführung entsteht nicht im Seminarraum, sondern im gemeinsamen Tun – reflektiert, koordiniert und mit Blick auf die Gesundheit aller Beteiligten.
Unser Fazit: Wir haben die richtigen Themen auf dem Tisch und wir verfügen über wirksame Instrumente. Jetzt entscheidet unsere Fähigkeit, gemeinsam tragfähige, schlanke und überprüfbare Vereinbarungen zu treffen. Lassen wir aus Einigkeit im „Warum“ ein überzeugendes „Wie genau“ werden – zum Wohl unserer Lernenden, zur Entlastung unserer Kollegien und als starkes Signal für die gesamte CBS. Modul 8 wartet – packen wir es an.
Vielen Dank nochmal an Teilnehmenden. Die Atmosphäre war wieder einmal geprägt von großem Engagement, konstruktivem Miteinander und einem intensiven kollegialen Austausch.
